Der FC Wil 1900 gastiert am Freitagabend erstmals seit über vier Jahren wieder zu einem Meisterschaftsspiel beim FC Winterthur. Trotz personeller Umstellungen reisen die Äbtestädtermit Selbstvertrauen zum ambitionierten Absteiger. Anpfiff ist um 19.30 Uhr.
Nach dem spektakulären Auftaktsieg in Rapperswil-Jona und der unglücklichen Heimniederlage gegen Neuchâtel Xamax steht für den FC Wil 1900 das nächste Regionen-Duell an. Am Freitag trifft die Mannschaft von Trainer Marco Hämmerli auf den FC Winterthur.
Der Saisonstart hat gezeigt, welches Potenzial im neu zusammengestellten Wiler Kader steckt. Beim 5:4 in Jona überzeugte Schwarz-Weiss mit Tempo, Moral und fünf verschiedenen Torschützen. Gegen Xamax gelang es zwar nicht, an dieses Offensivspektakel anzuknüpfen. Die Partie blieb aber bis kurz vor Schluss offen und wurde erst durch einen Penalty in der 89. Minute entschieden. Nun bietet sich auf der Schützenwiese die nächste Gelegenheit, die bisherigen guten Ansätze in Punkte umzumünzen.
Beide Aussenverteidiger fehlen
Trainer Marco Hämmerli muss seine Defensive erneut umstellen. Patrick Sutter und Loris Schreiber fallen aus – damit fehlen beide Aussenverteidiger, die beim Saisonauftakt zur Startformation gehört hatten. Der Wiler Kader bietet jedoch verschiedene Möglichkeiten, auf diese Ausfälle zu reagieren. Sergio Correia kam gegen Xamax bereits für den verletzten Sutter ins Spiel. Oder Ato-Zanganda sind Alternativen. Auf der linken Seite hat Tarek Seferovic gegen die Neuenburger ein sehr solides Spiel gezeigt. Der junge Defensivspieler vertrat Schreiber und machte mit starken Rettungsaktionen auf sich aufmerksam. Gerade solche Situationen gehören zur Entwicklung dieser Mannschaft. Für andere Spieler öffnet sich die Chance, Verantwortung zu übernehmen und sich in einem stimmungsvollen Derby zu zeigen. Zurück ins Kader kehrt der zuletzt gesperrte Yannick Schmid.
Eine offene Rechnung auf der Schützenwiese
Für den FC Wil 1900 ist es das erste Meisterschaftsspiel gegen Winterthur seit dem 9. Mai 2022. Damals trennten sich die beiden Mannschaften in der Lidl Arena mit 1:1. Wenig später stieg Winterthur in die Super League auf. Der letzte Wiler Meisterschaftsauftritt auf der Schützenwiese liegt noch etwas länger zurück. Am 12. Februar 2022 mussten sich die Äbtestädter deutlich mit 0:4 geschlagen geben. Nun kehrt der FC Wil 1900 nach über vier Jahren an diesen Ort zurück. Auch die langfristige Bilanz zeigt, dass sich der FC Wil 1900 gegen Winterthur keineswegs verstecken muss. Von den 61 Direktduellen seit 2004 gewannen die Äbtestädter 26, Winterthur entschied 20 Begegnungen für sich. 15 Partien endeten unentschieden.
Wil will die eigenen Stärken zeigen
Der Gegner Winterthur wartet nach dem 2:2 gegen Yverdon und der 0:2-Niederlage beim Aufsteiger SC Kriens noch auf den ersten Saisonsieg. Als Absteiger aus der Super League und Mitfavorit auf die vorderen Plätze stehen die Gastgeber bereits unter Druck. Für den FC Wil 1900 steht jedoch nicht die Situation des Gegners, sondern die eigene Leistung im Mittelpunkt. Die Äbtestädter wollen kompakt verteidigen, mutig auftreten und jene Geschwindigkeit ins Spiel bringen, welche die Mannschaft bereits beim Saisonauftakt ausgezeichnet hat.
Die Voraussetzungen für einen besonderen Fussballabend stimmen. Die Schützenwiese ist wohl ausverkauft, das Flutlicht brennt und zwei traditionsreiche Ostschweizer Vereine treffen nach langer Zeit wieder in einem Meisterschaftsspiel aufeinander.
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