In den letzten zwei Wochen waren bei der Schweizer Frauennationalmannschaft WM-Qualifikationsspiele angesagt. Gleich zweimal ging es gegen die Türkei. Mittendrin: Noelle Maritz. Seit November 2025 ist Sie im Verwaltungsrat der FC Wil 1900 AG. Wir waren zu Besuch und haben mit ihr über Ihre Zeit bei Aston Villa, die beiden Qualifikationsspiele und ihre Zukunft gesprochen.
Du bist jetzt seit 4 Monaten im Amt, was hast du bisher für Eindrücke gesammelt?
Als ich ganz zu Beginn einen Call mit Maurice hatte, habe ich einen sehr guten Eindruck vom Club erhalten. Er hat mir danach ein paar Bilder von Spielen und Anlässen geschickt. Ich habe auch mit Fabian Schär telefoniert, das war ein spannender Austausch. Es wirkt alles sehr familiär und gleichzeitig ambitioniert, insgesamt also ein sehr positiver Eindruck.
Hat dich am Anfang etwas überrascht, das du so nicht erwartet hättest?
Da kommt mir gerade nichts Spezielles in den Sinn. Ich freue mich darauf, alle noch besser kennenzulernen und auch bei den Sitzungen dabei zu sein, um Erfahrungen zu sammeln. Ich hoffe, dass ich in der Sommerpause auch einmal bei der Geschäftsstelle vorbeischauen und vielleicht ein Spiel besuchen kann.
Wie nimmst du den FC Wil 1900 aktuell wahr?
Der Verein hat eine gute Infrastruktur und ist sehr fokussiert auf die Förderung junger Spieler. Dadurch hat man sich den Namen als Ausbildungsverein erarbeitet. Ich habe auch die Frauenmannschaft mitverfolgt und bin überzeugt, dass sich die Ambitionen weiterhin in die richtige Richtung entwickeln.
Hast du aktuell einen speziellen Bezug zur Frauenmannschaft?
Aktuell eigentlich nicht, ich habe in meiner Zeit beim FC Wil 1900 bei den Jungs gespielt. Ich habe die Frauenmannschaft in letzter Zeit aber verfolgt, wie es in der Meisterschaft läuft. Ich würde mich freuen, auch einmal beim Team vorbeizuschauen.
Und ehrlich, könntest du dir vorstellen, irgendwann wieder in Wil zu spielen?
In der aktuellen Situation eher schwierig (lacht). Aber wer weiss – wenn ich irgendwann wieder in die Region ziehen möchte, kann ich es nicht ausschliessen. Man weiss nie, was passiert, aber wenn, dann eher gegen Ende meiner Karriere.
Du spielst aktuell noch bei Aston Villa und hast kürzlich den 100. Einsatz in der englischen Liga absolviert. Wie erlebst du die Zeit aktuell in England?
Soweit gut, in dieser Saison gab es bisher ein kleines Auf und Ab. Man merkt im Verein, dass sie grossen Wert auf die Frauenmannschaft legen und diese weiterentwickeln möchten. Wir spielen unsere Heimspiele im Villa Park, das ist sehr positiv. Für die nächste Saison gibt es aber noch Luft nach oben – zwei bis drei Plätze weiter vorne sollte möglich sein.
Wie nimmst du deine Rolle in der Nati wahr?
Ich gehöre mittlerweile zu den erfahrenen Spielerinnen. In den letzten Zusammenzügen sind einige junge Spielerinnen dazugestossen. Ich versuche, meine Rolle als Führungsspielerin wahrzunehmen und die jungen Spielerinnen so gut wie möglich zu integrieren.
Was bedeutet dir das Zusammenkommen in der Nati abgesehen vom Sportlichen?
Ich freue mich immer, wieder in der Schweiz zu sein – das ist schon etwas anderes als Birmingham (lacht). Es ist ein schöner Tapetenwechsel, auch die Teamkolleginnen wieder zu sehen. Am Anfang gibt es immer einen grossen Austausch. Wir haben aktuell eine gute Mischung im Team, deshalb ist es immer wieder schön zusammenzukommen.
Ihr seid im März mit zwei Siegen gut in die WM-Quali gestartet. Jetzt geht es gleich zweimal nacheinander gegen die Türkei. Wie blickst du auf diese Partien?
Das ist sicher speziell, vor allem weil die Türkei das vermeintlich stärkste Team in der Gruppe ist. Wir haben die Chance, zuhause im Letzi vorzulegen. Das Auswärtsspiel wird mit der Reise in die Türkei nicht einfach. Umso wichtiger ist es, vor heimischem Publikum zu liefern und mit einem guten Gefühl in die Türkei zu reisen.
Auf was freust du dich am meisten in dieser Woche?
Auf das Spiel im Letzi – es werden einige Familienmitglieder und Kolleginnen im Stadion sein. Zudem werde ich sicher noch etwas Zeit mit der Familie verbringen. Das ist immer schön, da Birmingham nicht gerade um die Ecke ist. Es tut auch gut, das Alltagsgeschäft mit Aston Villa kurz zu pausieren.
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