Der FC Wil 1900 zeigt beim Aufstiegsaspiranten Yverdon Sport die geforderte Reaktion und erkämpft sich ein verdientes 1:1. Rexhaj bringt die Wiler früh in Führung. Auch nach dem Ausgleich hält die Mannschaft mit viel Leidenschaft dagegen und kommt in der Schlussphase dem Siegtreffer sehr nahe.

Trainer Marco Hämmerli hatte vor der Partie eine klare Reaktion, den unbedingten Willen und die nötige Härte gefordert. Seine Mannschaft setzte diese Vorgaben vom Anpfiff weg um. Die Wiler waren präsent, suchten die Zweikämpfe und traten deutlich entschlossener auf als in den vergangenen Meisterschaftsspielen.

Hämmerli stellte sein Team in einem 4-2-3-1-System auf. In der Innenverteidigung kam Isaiah Okafor erstmals auf dieser Position zum Einsatz. Im Mittelfeld kehrte Noah Rupp nach seiner Sperre in die Startformation zurück. An seiner Seite begannen Agon Rexhaj und Patrick Weber, während Yves Allou im Sturm auflief.

Rexhaj trifft zur frühen Führung
Bereits in der achten Minute kam Rexhaj nach einem Fehler der Gastgeber zum ersten gefährlichen Abschluss. Sein Distanzschuss strich noch knapp am Tor vorbei. Vier Minuten später machte es der 20-Jährige besser: Die Wiler setzten sich im Mittelfeld zweikampfstark durch, Rexhaj tauchte frei im Strafraum auf und bezwang Yverdon-Torhüter Enzler mit einem wuchtigen Schuss ins kurze Eck.

Es war nicht nur die frühe Wiler Führung, sondern auch Rexhajs zweiter Meisterschaftstreffer in dieser Saison. Leider musste der Torschütze seinen starken Auftritt bereits nach 20 Minuten wegen Beschwerden im Oberschenkel beenden. Für ihn kam Pirosch Fischer in die Partie. Der eingewechselte Fischer fügte sich sofort gut ein. Nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung zog er von halbrechts ab. Der leicht abgefälschte Ball flog knapp am Lattenkreuz vorbei. Auch Allou hatte danach zweimal die Möglichkeit, die Führung auszubauen. Zunächst wurde sein Abschluss im letzten Moment geblockt, wenig später schoss er aus aussichtsreicher Position über das Tor.

Yverdon hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, doch die Wiler verteidigten aufmerksam, arbeiteten füreinander und setzten immer wieder gefährliche Nadelstiche. In der 31. Minute hatten sie allerdings Glück: Nach einem Fehler im Spielaufbau traf Yverdons Sessolo nur die Latte.

Ärgerlicher Ausgleich vor der Pause
Kurz vor der Pause gelang den Gastgebern dennoch der Ausgleich. Eine Flanke von der rechten Seite fand in der Mitte Pos, der den Ball per Kopf zum 1:1 ins Tor setzte. Der Treffer hätte allerdings nicht zählen dürfen, wie die TV-Bilder belegen. Es war ein Stossen eines Waadtländer vorausgegangen.  Der späte Gegentreffer war ärgerlich, änderte aber nichts an einer guten ersten Halbzeit. Der FC Wil 1900 hielt gegen den favorisierten Aufstiegsaspiranten nicht nur kämpferisch dagegen, sondern erspielte sich auch mehrere gute Möglichkeiten. Mit etwas mehr Konsequenz vor dem gegnerischen Tor wäre sogar eine Pausenführung möglich gewesen.

Wil bleibt auch nach der Pause mutig
Nach dem Seitenwechsel zog sich der FC Wil 1900 nicht zurück. Die Mannschaft blieb kompakt, suchte weiterhin den Weg nach vorne und hatte in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit sogar etwas mehr vom Spiel. Zwar blieben die Wiler Angriffe immer wieder an der Yverdoner Defensive hängen, doch auch die Gastgeber kamen trotz zahlreicher Eckbälle nur selten zu klaren Möglichkeiten. Eine der besten Chancen hatte Demhasaj nach einer Stunde. Nach einem Corner kam der Stürmer zentral vor dem Tor zum Abschluss, setzte den Ball aber über die Latte. Ansonsten liess die Wiler Defensive wenig zu. Gentrit Muslija strahlte im Tor Sicherheit aus und musste nur bei wenigen Abschlüssen ernsthaft eingreifen.

In der Schlussphase erhöhte Yverdon den Druck. Die Wiler hielten jedoch mit grossem Einsatz dagegen und verteidigten das Unentschieden leidenschaftlich. Gleichzeitig blieb die Mannschaft bei Kontern gefährlich.

Fischer verpasst den Siegtreffer nur knapp

In der 89. Minute bot sich dem FC Wil sogar die grosse Chance auf den Auswärtssieg. Nach einem schnellen Gegenstoss zog Breedijk nach vorne und legte den Ball im richtigen Moment zu Fischer. Dieser scheiterte jedoch am stark reagierenden Enzler. Der Ball rollte danach nur knapp am Pfosten vorbei. In der langen Nachspielzeit mussten die Wiler nochmals zittern. Yverdons Kongsro setzte einen Kopfball über das Tor. So blieb es beim verdienten 1:1. Nach drei Meisterschaftsniederlagen in Folge belohnt sich der FC Wil für einen engagierten und geschlossenen Auftritt mit einem wichtigen Punkt. Vor allem aber zeigte die Mannschaft jene Reaktion, die Trainer Marco Hämmerli gefordert hatte: Sie trat mutig auf, kämpfte füreinander und bewies, dass sie auch gegen einen Aufstiegsfavoriten bestehen kann.

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