Der FC Wil 1900 muss sich dem FC Winterthur im Ostschweizer Derby deutlich mit 0:5 geschlagen geben. Ein früher Rückstand, ein Eigentor, ein Penalty und ein Platzverweis prägen einen Abend, an dem für die Äbtestädter wenig zusammenpasst.

Vor 7100 Zuschauerinnen und Zuschauern auf der ausverkauften Schützenwiese wollte der FC Wil 1900 nach der knappen Heimniederlage gegen Xamax eine Reaktion zeigen. Stattdessen geriet die Mannschaft von Trainer Marco Hämmerli früh auf die Verliererstrasse und musste am Ende eine deutliche Niederlage hinnehmen. Hämmerli war aufgrund mehrerer Ausfälle zu Umstellungen gezwungen. Mit Patrick Sutter und Loris Schreiber fehlten beide Aussenverteidiger. Auch Tim Staubli und Edis Bytyqi standen nicht zur Verfügung. Dafür kehrte Captain Yannick Schmid nach seiner Sperre in die Innenverteidigung zurück.

Erneut ein früher Rückstand
Wie bereits in den ersten beiden Saisonspielen geriet der FC Wil 1900 auch in Winterthur früh in Rückstand. Fabian Rohner brachte den Ball in der zweiten Minute von der rechten Seite in den Strafraum. Tarek Seferovic versuchte zu klären, lenkte den Ball dabei aber unglücklich ins eigene Tor.Die Äbtestädter fanden danach nur schwer in die Partie. Winterthur nutzte die Unsicherheiten konsequent aus und erhöhte nach einem Corner in der neunten Minute durch Severin Ottiger auf 2:0.

Nach einem Wiler Ballverlust im Spielaufbau kam es in der 17. Minute zur nächsten folgenschweren Szene. Noah Rupp brachte Roman Buess im Strafraum zu Fall. Antonio Marchesano verwandelte den anschliessenden Penalty sicher zum 3:0.

Wil sucht den Weg zurück
Nach dem schwierigen Beginn stabilisierte sich der FC Wil 1900 etwas. Marco Hämmerli reagierte früh und brachte Pirosch Fischer für Luuk Breedijk. In der 26. Minute kamen die Gäste zu ihrer besten Möglichkeit der ersten Halbzeit: Nach einem abgefälschten Abschluss von Agon Rexhaj köpfte Patrick Weber den Ball direkt auf Winterthurs Torhüter Antonio Spagnoli. Auch Noah Rupp versuchte es aus der Distanz und verfehlte das Tor nur knapp. Kurz vor der Pause setzte sich Rexhaj in Richtung Tor ab, wurde aber mit einer starken Grätsche gestoppt. So blieb es beim 0:3 zur Halbzeit.

Platzverweis erschwert die Aufgabe
Zur Pause ersetzte Isaiah Okafor den angeschlagenen Ato-Zandanga. Doch auch der zweite Durchgang begann mit einem frühen Winterthurer Treffer. Nach einem Corner stand Emilio Kehrer am hinteren Pfosten frei und erhöhte in der 49. Minute auf 4:0. Der FC Wil 1900 gab sich trotz des deutlichen Rückstands nicht auf. Rexhaj und Weber kamen zu Abschlüssen, konnten Spagnoli aber nicht bezwingen. In der 59. Minute wurde die ohnehin schwierige Aufgabe zusätzlich erschwert: Noah Rupp sah seine zweite gelbe Karte und musste das Spielfeld verlassen.

In Unterzahl versuchten die Äbtestädter, weitere Gegentreffer zu verhindern und selbst noch zum Torerfolg zu kommen. Der eingewechselte Yves Allou besass kurz vor Schluss die beste Wiler Möglichkeit, scheiterte aus halbrechter Position jedoch am Winterthurer Torhüter. Wenig später traf Brian Beyer zum 5:0-Endstand.

Lehren ziehen und gemeinsam reagieren
Für den FC Wil 1900 war es ein Abend, an dem nichts nach Wunsch verlief. Nach drei Saisonspielen stehen drei Punkte auf dem Konto. Gleichzeitig ist klar, dass insbesondere die frühen Gegentore und die defensive Stabilität in den kommenden Wochen aufgearbeitet werden müssen. Nun gilt es, die richtigen Schlüsse aus dieser Niederlage zu ziehen und als Mannschaft eine Reaktion zu zeigen. Die nächste Gelegenheit bietet sich in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups. Am Sonntag, 16. August, gastiert der FC Wil 1900 um 15 Uhr beim Zweitligisten FC Rebstein.

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