Liebe Wilerinnen und Wiler
Im Fussball sprechen wir fast immer über Resultate, Tabellen oder Formkurven. Viel seltener über die andere Seite dieses Sports – über Verletzungen. Über jene Momente, die innerhalb von Sekunden alles verändern können. Genau darauf möchte ich in dieser Woche mit einem kurzen Blick hinter die Kulissen eingehen.
Die Verletzung von Julind Selmonaj am vergangenen Sonntag hat uns das wieder eindrücklich vor Augen geführt. Eine Szene, ein Zweikampf, ein falscher Moment – und plötzlich steht alles still. Während die Presse noch über Spielverlauf und gelbe Xamax-Leibchen diskutiert, ahnt der Spieler bereits, dass sein Jahr anders verlaufen wird als geplant.
Ein Kreuzband ist im Sport, was der Motor in einem Rennwagen ist. Man sieht ihn nicht. Aber ohne ihn läuft nichts. Wenn er reisst, steht ein Stück Alltag, ein Stück Identität still. Julind wird 2026 keinen Wettkampf bestreiten können. Für einen Profisportler bedeutet das: monatelange Reha statt Matchvorbereitung, Kraftraum statt Flutlicht, Geduld statt Applaus.
Und er ist nicht der Einzige. Auch Mo Diarra ist lange verletzt. Ein Stürmer, der treffen will, der helfen will – und stattdessen zuschauen muss. Wer nicht selbst Sport auf Leistungsniveau betrieben hat, unterschätzt, was das bedeutet. Fussball ist nicht nur Beruf. Es ist Rhythmus und Sinn. Wenn dieser Rhythmus wegfällt, entsteht Leere.
Wir sehen die Spieler am Wochenende. Wir sehen sie jubeln oder enttäuscht vom Platz gehen. Was wir nicht sehen, sind die Stunden in der Reha, die Zweifel, die kleinen Fortschritte, die Rückschläge. Verletzungen sind der Schatten des Spitzensports. Sie gehören dazu – und doch treffen sie jedes Mal unerwartet.
Was uns beeindruckt: Julind denkt bereits wieder in Schritten, nicht in Monaten. Mo arbeitet sich zurück, Einheit für Einheit. Als Verein stehen wir in solchen Momenten zusammen. Mannschaft, Staff, Geschäftsstelle. Erfolg definiert sich nicht nur über Punkte. Sondern auch darüber, wie man mit Rückschlägen umgeht.
Wir wünschen Julind und Mo weiterhin viel Kraft und Geduld. Und weiterhin Fortschritte auf dem Weg zurück.
Herzlich David Hugi Medienchef FC Wil 1900
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