Beim Liga-Krösus FC Aarau holt der FC Wil 1900 ein starkes 2:2 – in einer Partie voller Intensität, Emotionen und Wendungen. Die Äbtestädter gerieten zweimal in Rückstand, spielten die Schlussphase in Unterzahl und glaubten dennoch bis zur letzten Sekunde an sich. Genau dieser Glaube wurde belohnt: erst durch eine überragende Parade von Gentrit Muslija, dann durch den späten Ausgleich von Rapp.

Wil startete mit einem klaren Plan. Mit ruhigem Aufbau, vielen Pässen und klaren Abläufen im Zentrum nahmen die Gäste dem Favoriten früh den Rhythmus. Die Ballbesitzwerte und die hohe Passquote unterstrichen den mutigen Auftritt. Aarau blieb zwar stets gefährlich, doch Wil überstand mehrere kritische Situationen – besonders brenzlig nach einem missglückten Rückpass und einer Szene auf das leere Tor, die auf der Linie geklärt wurde.

Defensivarbeit als Schlüssel
Auffällig war die geschlossene Defensivleistung. Wil verteidigte als Einheit. Selmonaj und Schmid dominierten das Zentrum, Ato-Zandanga und Staubli arbeiteten konsequent auf den Aussenbahnen, und im Mittelfeld wurde kein Meter kampflos hergegeben. Aarau kam zu Standards und zweiten Bällen, biss sich aber immer wieder die Zähne aus. Das torlose Pausenresultat war das Ergebnis von Disziplin und taktischer Reife.

Zweite Halbzeit: Tore und Tempo
Nach der Pause nahm die Partie sofort Fahrt auf. Wil hatte durch Hajij die erste Grosschance, kurz darauf nutzte Aarau eine unübersichtliche Situation zur Führung durch Vladi. Doch Wil zeigte sich unbeeindruckt. Nach einem Eckball stand Selmonaj goldrichtig und drosch den Ball kompromisslos zum 1:1 unter die Latte. Die sofortige Antwort war sinnbildlich für diesen Abend. Aarau erhöhte nun den Druck, traf die Latte und kam immer wieder aus dem Rückraum zum Abschluss. Wil musste leiden, tat dies aber geschlossen. Gleichzeitig setzten die Gäste immer wieder Nadelstiche – nicht jede Aktion wurde sauber zu Ende gespielt, doch sie brachten Entlastung und Zeit. In der Schlussphase dann der nächste Rückschlag: N’Djoli sah die rote Karte und Acquah traf kurz darauf per Fallrückzieher zum 2:1 für Aarau. Wil in Unterzahl, auswärts, gegen das mit Abstand teuerste Kader der Liga – vieles sprach nun gegen die Äbtestädter. Ausser Wil selbst.

Muslija als Wendepunkt
Und dann hatte Aarau kurz vor Schluss die grosse Chance zur Entscheidung. Konter, freier Abschluss, alles bereit für das 3:1. Doch Gentrit Muslija blieb stehen, machte sich gross und parierte überragend. Eine Szene von enormer Bedeutung – sportlich wie emotional. Sie hielt Wil im Spiel und entfachte den Glauben an die letzte Chance. Wil ging volles Risiko. Saho setzte auf rechts nochmals zum Dribbling an und brachte den Ball in den Strafraum. Aarau konnte nicht klären, der Ball blieb heiss – und fiel Rapp nach Weiterleitung von Schmid vor die Füsse. 2:2. Ekstase – zumindest bei den Wilern.

Dieses ist der erste Punktgewinn nach Rückstand in dieser Saison, der erste Punkt gegen ein Team aus den Top 3. Einstellung, Zusammenhalt und Mut stimmen. Und Trainer Marco Hämmerli bewies mit der Einwechslung von Rapp erneut ein goldenes Händchen. Was nun folgt ist die enorm wichtige Heimpartie am Wochenende gegen Rappi.

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