Die geforderte Reaktion gezeigt
17. April 2022

FC Wil 1900 – FC Stade Lausanne Ouchy 3:0 (2:0)
Samstag, 16. April 2022

Nach 26 Minuten stand es vor Wochenfrist 2:0 für den SC Kriens, gestern Samstag war das Resultat dasselbe, allerdings zu Gunsten der Wiler. Dank einer eklatanten Leistungssteigerung im Vergleich zur Partie gegen die Innerschweizer gewann die Mannschaft von Iacopetta schliesslich hochverdient. In keiner Phase des Spiels war die Fahrlässigkeit der vergangenen Partie zu sehen. Die Rehabilitation war geglückt: Es war eine gute Leistung der Äbtestädter, die vor allem durch Solidarität geprägt war.

Das Trainertrio Iacopetta/Kukeli/Waldvogel rochierte im Vergleich zum letzten Spiel gleich vierfach. In der Innenverteidigung lief Zali für Talabidi auf. Brahimi agierte als Linksverteidiger für Heule. Im Mittelfeld kehrte Captain Muntwiler zurück für Zumberi. Und in der Offensive durfte wieder Lukembila auf der linken Seite stürmen. Dafür musste Toure auf der Bank Platz nehmen. Damit war das gefährlichste Angriffstrio der Challenge League Fazliu/Lukembila/Bahloul wieder vereint. Nach einer ruhigen Startviertelstunde stach dieser Dreizack zu. Bahloul lancierte einen Angriff über links, wo die Kugel schliesslich bei Fazliu landete. Nach einer schönen Weiterleitung des Assist-Königs war es Dickenmann, der aus halbrechterer Position flach in die linke Ecke zum 1:0 traf. Sein persönlicher Lohn für die zuletzt guten Leistungen mit mittlerweile Stammplatz-Charakter.

Anschliessend wähnte man sich in der Leier vergangener Spiele, als die Wiler nach starken Startphasen mit Führungstreffern das Ruder teilweise aus der Hand gaben. Auch an diesem Abend waren es die Gäste, die nach dem Wiler Führungstreffer kurzzeitig stärker aufkamen und den Ausgleich suchten. Mitten in der Lausanner Drangphase kam es dieses Mal allerdings anders. Routinier Silvio lancierte mit einem 20 Meter Pass wunderschön Bahloul, der im zweiten Versuch die Kugel im Tor versenkte. Es hiess 2:0 und es war bereits der 14. Saisontreffer des besten Wiler Torschützen dieser Saison. Mit diesem Resultat ging es auch in die Pause.

Nach der Pause hatten die Wiler Glück, dass die Waadtländer den Anschlusstreffer verpassten. Zum einen lag es am Unvermögen, zum anderen hatte Wil einen bärenstarken Marvin Keller im Tor, der zwei Mal mirakulös rettete. Besser machte es der eingewechselte Saho zehn Minuten vor Schluss. Der 21-jährige Spanier in Diensten der Wiler staubte im Strafraum ab und markierte seinen ersten Treffer im Dress der Wiler. Am Ende des Spiels kamen weitere hochkarätige Chancen dazu, weswegen das 3:0 ein verdientes Schlussresultat ist.

Und so kommt die Frage auf: Warum nicht immer so? Die Mannschaft hat in der ersten Saison unter Coach Iacopetta bereits mehr Punkte gesammelt wie in der kompletten vorherigen Saison. Mit 58 erzielten Treffern ist man gar unter den Top 5 Offensivmannschaften des Schweizer Profifussballs. Die geforderte Reaktion wurde eindrücklich gezeigt und jene Scouts, die das Spiel gegen Lausanne betrachteten, dürften vom einen oder anderen Wiler schwärmend in ihren Stammclub zurückgefahren sein. «Leidenschaftlicher Fussball von Spielern, die sich nochmals im besten Licht zeigen und für höhere Aufgaben empfehlen können»: Genau diese Erwartung hatte man an diesem windigen Samstagabend in Wil.

HOPP WIL.
chliinä Club, grossi Gschichtä

FC Wil – FC Stade Lausanne Ouchy 3:0 (2:0)
Bergholz: 590 Zuschauer – Sr: Odiet

Tore: 15. Dickenmann 1:0, 26. Bahloul 2:0, 82. Saho 3:0.

FC Wil 1900: Keller; Dickenmann (66. Frei), Zali, Sauter, Brahimi (66. Heule); Ndau, Muntwiler (79. Zumberi), Fazliu; Bahloul (57. Saho), Silvio, Lukembila (79. Toure).
FC Stade Lausanne Ouchy: Hammel; Abdallah (76. Hadji), Hajrulahu, Pos, Tsoungui (42. Hefti); Laugeois (76. Ajdini), Abdullah (85. Bamba); Qarri (46. Hadzi), Kamber, Okou; Labeau.

Bemerkungen: Wil ohne Malinowski (verletzt), Bega, Reichmuth (beide krank), Coric, Ismaili und Tonbul (alle nicht im Aufgebot). Stade Lausanne-Ouchy ohne: Routis (verletzt), Asllani und Chader (beide nicht im Aufgebot). 60. Lattenkopfball Hajrulahu.
Verwarnung: 34. Muntwiler (Foul).

 

 

 

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