Gestern Dienstag hat in der LIKA-Lounge des Stadions Bergholz die jährliche Generalversammlung des FC Wil 1900 stattgefunden. Präsident Maurice Weber und CEO Benjamin Fust durften von einem soliden Geschäfts- und einem starken Transferjahr berichten. Zudem gewann der FC Wil 1900 erneut die Wertung der meisten Einsätze junger Schweizer Talente in der ganzen Swiss Football League.

Rund 120 Aktionärinnen und Aktionäre trafen sich im Stadion Bergholz, um sich über das vergangene Vereinsjahr zu informieren. Präsident Maurice Weber berichtete von der sportlich durchzogenen Saison 2020/21. Die Abstiegssorgen begleiteten den Club bis wenige Runden vor Schluss. Freude machte dem Präsidenten die Tatsache, dass 11 Spieler im oder unmittelbar nach dem Geschäftsjahr den Sprung in die Super League resp. österreichische Bundesliga schafften. Es sei eine Bestätigung für die ausserordentliche Nachwuchsarbeit. Imagemässig haben sich die Äbtestädter mit dem Neuauftritt „Än chliinä Club mit grossä Gschichtä“ ein neues, zukunftsweisendes Gesicht gegeben. Lokal verankert, mit nationaler Ausstrahlung und starker Nachwuchsförderung.

Finanziell solid

CEO Benjamin Fust präsentierte in Abwesenheit des Finanzchefs Mischa Sammer die Jahresrechnung. Auf der Ertragsseite seien die Ticketeinnahmen aufgrund der Pandemie komplett weggefallen. Dank A-Fonds-perdu-Beiträgen des Bundes konnten diese Ausfälle aufgefangen werden. Gleichzeitig zahlten sich die Bestrebungen des FC Wil 1900 als Nachwuchsförderer Nr.1 der Schweiz einmal mehr aus. Bei den sogenannten «Effizienzkriterien» der Swiss Football League durfte der FC Wil 1900 den ersten Platz für sich beanspruchen. «Diese Kriterien sagen aus, wie viele Schweizer Nachwuchsspieler unter 21 Jahren eine Mannschaft während einer Saison in der Startformation einsetzt», so die Erläuterungen Fusts. Im Vereinsjahr 2021/21 ging dafür ein Scheck in Höhe von 145’000 CHF an die Wiler. Eine neue Bestmarke seit der Einführung des Systems. Abgerundet wurden die hohen Erträge des Berichtsjahres durch die erwähnten Transfererlöse. Auf der Aufwandseite wirtschaftete die Aktiengesellschaft haushälterisch im Bereich der Vorjahre. Einzig der Personalaufwand fiel aufgrund ausgebliebener Kurzarbeitsentschädigung gegenüber dem Vorjahr höher aus. Obwohl man vor leeren Rängen spielte, wurden keine Entschädigungen mehr bezahlt, da Spieler und Staff voll im Trainingsbetrieb waren.

Verlust wegen offenen Forderungen

«Zwei hohe offene Forderungen und ein alter Rechtsfall trüben das gute Jahresergebnis», fasste FC Wil Präsident Maurice Weber zusammen. Weber ist guten Mutes, dass ein Grossteil der hohen sechsstellige Summe spätestens im kommenden Jahr als ausserordentlicher Ertrag verbucht werden kann. Unter dem Strich resultierte damit ein Jahresverlust von 274’000 CHF. Präsident Maurice Weber dankte speziell den Sponsoren, die dem FC Wil 1900 während der Pandemie die Treue gehalten hatten – speziell erwähnenswert sei das Engagement des heimlichen Hauptsponsors, dem Gönner- und Business-Club2000.

Rassismus-Debatte

Eine sehr unschöne Geschichte für den Verein war die Rassismus-Debatte rund um den Präsidenten Maurice Weber, der sein Amt daraufhin als Präsident zur Verfügung stellte. Verwaltungsrat, Geschäftsführung und Gross-Sponsoren lehnten diese allerdings geschlossen ab. Weil es den FC Wil 1900 nach dem Abgang der türkischen Investoren massgeblich dank Maurice Weber heute noch gibt. Diese unbezahlbaren Verdienste, so die Meinung der genannten Gruppierungen, sollten auch in schwierigen Situationen nicht vergessen werden. Sie sind gleichzeitig keine Carte Blanche für unüberlegte Handlungen. Der FC Wil 1900 ist ein offener, sozialer und toleranter Verein, in dem Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeiten nie einen Platz hatten und auch nie haben werden. Webers Entschuldigungen für seine unbedachten Äusserungen gingen schliesslich bis hin zu den Eltern und Kindern der U-Mannschaften. Damit ist dieses unschöne Kapitel beendet – der FC Wil 1900 hat in Sachen Kommunikation sehr viel gelernt und möchte nun nach vorne schauen.

Der ganze Verein freut sich auf die kommenden Highlights, im und ums Stadion Bergholz! Das Derby nächste Woche mit einem weihnachtlichen Streetfood Festival für die ganze Region wird die Vorrunde des FC Wil 1900 abrunden.

HOPP WIL
chliinä Club, grossi Gschichtä

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