Einen Coup gelandet
21. November 2021

FC Vaduz – FC Wil 1900 1:2 (0:1)
Samstag, 20.11.2021

Nach 88 Spielminuten stand auf der Anzeigetafel des spärlich gefüllten Rheinpark-Stadions in Vaduz exakt das gleiche Resultat wie im Hinspiel: 2:1 für den FC Wil 1900. Der wesentliche Unterschied im Vergleich zur Partie im Juli: Die Vaduzer kreierten in den Schlussminuten keine nennenswerten Chancen mehr und so nahmen die Wiler verdiente drei Punkte mit nach Hause. Der grosse Coup im Ländle war geglückt!

Das neue Wiler Trainergespann Iacopetta/Kukeli entschied sich für ein 4-3-3 System. Die beiden auffälligsten Änderungen zu den Spielen zuvor: Die Ausrichtung der Wiler war bedeutend offensiver und der Ex-Vaduzer Philipp Muntwiler agierte als Sechser im defensiven Mittelfeld. In der Innenverteidigung rückte Sauter an seine Stelle. Die Vaduzer starteten in die Partie erwartungsgemäss schwungvoll. Immer wieder schafften sie es, die Wiler in ihrer Platzhälfte zu überlaufen und kreierten Chancen am Laufmeter. Die neu formierte Wiler Mannschaft war immer einen Schritt zu spät. Die Vaduzer Ungenauigkeit oder starke Paraden des Wiler Schlussmanns Keller führten zum langewährenden 0:0. Die Wiler ihrerseits kamen ab dem zweiten Viertel der Partie besser ins Spiel und konnten sich aus der Angriffs-Umklammerung der Vaduzer lösen. In der 45. Minute kam eine alte Fussballweisheit zu tragen: Nach einem Freistoss Fazlius aus dem Halbfeld köpfte Lukembila den Ball vor die Füsse von Izmirlioglu. Dieser nahm die Kugel gekonnt an und erzielte mit einem satten Schuss in die rechte Ecke sein erstes Tor im Wiler Dress. «Die Tore, die man nicht schiesst, kriegt man!» Was für ein grossartiger, wenn auch etwas schmeichelhafter Schlusspunkt vor dem Pausentee.

Nach dem Gang aus den Kabinen ereignete sich eine Duplizität der Ereignisse zu Durchgang eins. Die Vaduzer spielten die Wiler schwindlig und begeisterten mit kreativen Offensiv-Fussball. Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff wurden die Liechtensteiner für ihre Bemühungen belohnt. Nach einem Konter war es Rapp, der zum 1:1 ausglich. Nur fünf Minuten später war es wiederum der Tessiner Simone Rapp, der sich am Rande der Regelwidrigkeit von Gegenspieler Frei löste. Marvin Keller im Tor der Wiler klärte mirakulös zur Ecke. Die kontinuierlich starken Leistungen des erst 19-jährigen Wiler Schlussmanns können nicht genügend gewürdigt werden. Ein Dank an dieser Stelle auch unserem Torwarttrainer Philipp Bowald, der mit unseren Torwarttalenten akribisch arbeitet und diese schrittweise an die nationale Spitze heranführt.

Zurück zur Partie: Was der FC Wil 1900 in den abschliessenden 30 Minuten der Partie zeigte, war wohl etwas vom Besten, das man auf fremdem Terrain in der jüngsten Vergangenheit sah. Das Team von «Bruni» Iacopetta war bissig, zweikampfstark und suchte nun seinerseits den Siegtreffer. In der 65. Minute war es Silvio, der sich gegen zwei Gegenspieler durchsetze und auf Lukembila passte. Dieser leitete den Ball schnell zu Fazliu weiter, der zum 1:2 einnetzte. Ein Vaduzer fälschte den Ball noch entscheidend ab. Die Wiler liessen anschliessend kaum etwas zu, hatten viel Ballbesitz und schlossen so häufig ab, wie noch nie in der jüngeren Vergangenheit. Mit zehn Wechseln innerhalb von 25 Minuten nahmen die beiden Trainer den Schwung etwas aus der Partie und die Wiler agierten bis zum Schluss geschickt. Zwingende Chancen auf beiden Seiten blieben Mangelware. Und so gelang der Mannschaft von Iacopetta nach 14 Monaten der erste Sieg auf fremdem Terrain, ausserhalb des Krienser Kleinfelds.

In einer Woche spielen die Wiler zu Hause gegen den FC Aarau. Wir freuen uns auf lautstarke Unterstützung im Bergholz. Der Schritt hin zum Barrage-Rang in der Dieci Challenge League ist gemacht!

Erfreulich: Im Rahmen des Wintercups des FC Vaduz gewann auch die 2. Mannschaft der Wiler gegen die Liechtensteiner – und dies gleich mit 0:4.

HOPP WIL.
chliinä Club, grossi Gschichtä

FC Vaduz – FC Wil 1900 1:2 (0:1)
Rheinpark Stadion, Vaduz: 702 Zuschauer
Schiedsrichter: Schärer.

Tore: 45. Izmirlioglu 0:1, 49. Rapp 1:1, 65. Fazliu 1:2.

Vaduz: Büchel; Ulrich, Schmid, Simani, Hug (83. Obexer); Gajic, Dobras (83. Gomes), Cicek (70. Ris), Gasser (70. Lüchinger); Djokic (70. Sutter), Rapp.
Wil: Keller; Frei (60. Dickenmann), Izmirlioglu (86. Talabidi), Sauter, Brahimi (60. Heule); Fazliu, Muntwiler, Zumberi (78. Kamber); Bahloul, Silvio, Lukembila (78. Jones).

Bemerkungen: Vaduz ohne Di Giusto, Wieser, Antoniazzi, Ibrisimovic (alle verletzt) und Saglam (nicht im Aufgebot). Wil ohne Malinowski, Krunic, Ismaili, De Mol (alle verletzt), Rustemoski, Miranda, Saho, Daniel und Abazi (alle nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: 19. Cicek, 25. Frei.

Letzte Beiträge

Erfolgreiche Nachwuchsförderung zahlt sich aus

Erfolgreiche Nachwuchsförderung zahlt sich aus

Gestern Dienstag hat in der LIKA-Lounge des Stadions Bergholz die jährliche Generalversammlung des FC Wil 1900 stattgefunden. Präsident Maurice Weber und CEO Benjamin Fust durften von einem soliden Geschäfts- und einem starken Transferjahr berichten. Zudem gewann der FC Wil 1900 erneut die Wertung der meisten Einsätze junger Schweizer Talente in der ganzen Swiss Football League.

Ein gewonnener Punkt

Ein gewonnener Punkt

Als der Aargauer Schiedsrichter Thomas Thies nach 93. Minuten die Partie abpfiff, war die Erleichterung allenthalben gross: Die 150 mitgereisten Aarauer Fans konnten sich im winterlichen Wil die T-Shirts wieder überstülpen, der Sicherheitsmann neben dem Platz bekam endlich den wärmenden Tee und Wil-Stürmer Silvio freute sich im Platzinterview über ein Unentschieden, das er gerne mitnehme.

weitere News

Ungleiche Vorzeichen im ewigen Duell

Ungleiche Vorzeichen im ewigen Duell

Wenn am kommenden Samstag der FC Wil 1900 zu Hause auf den FC Aarau trifft, ist es das Duell des formstärksten gegen das formschwächste Team der Dieci Challenge League. Haben die Wiler in den vergangenen vier Spielen zehn Punkte geholt und reiten auf einer veritablen Erfolgswelle, sieht die Gefühlslage der Rüebli-Ländler ungleich trister aus.

mehr lesen
9. Nacht des Ostschweizer Fussballs

9. Nacht des Ostschweizer Fussballs

Traditionell findet der Event mit über 800 Personen in der St.Galler Olma-Halle statt. Im letzten Jahr musste der Pandemie der Vortritt gewährt und die 9. Nacht des Ostschweizer Fussballs somit abgesagt werden. In diesem Jahr liessen sich die Organisatoren den Brei nicht verderben. Trotz steigender Fallzahlen wollte man den Event durchführen. Dass dies in einer randvoll gefüllten Olma-Halle jedoch nicht sinnvoll wäre, ist offensichtlich.

mehr lesen
Mit eurer Fanpower zu einem weiteren Dreier

Mit eurer Fanpower zu einem weiteren Dreier

Am kommenden Samstag findet das zweitletzte Heimspiel der Vorrunde 2021/22 gegen den FC Aarau statt. Der FC Wil 1900 reitet auf einer veritablen Erfolgswelle – kein Team der Dieci Challenge League hat in den letzten vier Partien derart viele Punkte geholt wie unsere Equipe – zehn an der Zahl. Für weitere Erfolge sind wir ganz besonders auf eure Unterstützung angewiesen. Reserviert euch diesen Samstagabend – wenn wir um 18.00 Uhr zu Hause auf den FC Aarau treffen. Die Rüebliländer wagen sich das erste Mal nach der 7:0 Schlappe vom vergangenen Frühling wieder in den Sportpark Bergholz.

mehr lesen