Den Anschluss ans Mittelfeld hergestellt
23. Oktober 2021

FC Wil 1900 – FC Neuenburg Xamax 2:1
Freitag, 22.10.2021

Beim letzten staubedingt verspäteten Anpfiff gewann der FC Wil gleich 7:0 – im Frühjahr gegen den FC Aarau. Bestes Omen für die Partie gegen die Xamaxien, die ihren Mannschafts-Car im Feierabend-Verkehr eine halbe Stunde zu spät bestiegen hatten. An der Seitenlinie der Neuenburger stand für einmal nicht Cheftrainer Andrea Binotto. Dieser musste nach einem Rencontre im vergangenen Spiel mit Vaduz-Trainer Frick eine Rot-Sperre absitzen. Assistenztrainer Alexandre Badibanga führte die Mannschaft von der Seitenlinie aus.

Es waren dann auch die Wiler, die (nach dem Promi-Ankick um 21.00 Uhr der beiden Gasballon-Fahrer Kurt Frieden und Pascal Wiprächtiger) wacher und zweikampfstärker in die Partie starteten. Bereits nach 13 Minuten wurden die Bemühungen belohnt. Nach einem kurz ausgeführten Eckball traf Kapitän Philipp Muntwiler zum viel umjubelten 1:0. In der Folge kamen die Neuenburger etwas besser in die Partie und waren mehr im Ballbesitz. In der 24. Minute parierte Marvin Keller eine Grosschance von Gazzetta zur Ecke. In den anschliessenden zweiten 20 Minuten der ersten Halbzeit schafften es die Neuenburger aber kaum mehr, Gefahr auf das Gehäuse der Wiler auszuüben. Zwingende Aktionen in Tornähe blieben Mangelware. Die Wiler ihrerseits konnten einige sehenswerte Konter herausspielen, die mehrfach an der Strafraumgrenze abgefangen wurden.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wechselte Badibanga den Stürmer Raphaël Nuzzolo für den Mittelfeldspieler Karim Gazzetta ein. Ein klares Signal an seine Mannschaft, offensiv mehr Power zu erzeugen. Die vierte Niederlage in Serie sollte unbedingt verhindert werden. Nur sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff wurden die Xamaxien für den Mut belohnt. Nach einer scharf getretenen Flanke traf Yanis Lahiouel per Kopf zum 1:1 Ausgleich– das erste Tor des Franzosen in dieser Saison.

Die Neuenburger waren anschliessend wie schon in der ersten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft. Trotz schnellen und überraschenden Umschaltmomenten bekundeten die Wiler ihrerseits Mühe, das Angriffsspiel in Torchancen umzumünzen. Mit Alexander Pasche wechselte Xamax in der 63 Minute einen weiteren Joker ein – 119 Spiele oder 7’500 Minuten Superleague-Erfahrung kamen mit ihm auf den Platz. So viel vorweg, den Unterschied machte der erfahrene Lausanner aber auch nicht. Zu gut war die Wiler Mannschaft in der Defensive organisiert. Alex Frei seinerseits setzte nun ebenfalls verstärkt auf Angriff – mit der Einwechslung von Zumberi, Silvio und Jones in der 68. Minute sollte der Siegtreffer gesucht werden. Und tatsächlich zappelte 60 Sekunden später der Ball im Netz: Der Rückkehrer Zumberi lancierte Lukembila sehenswert in die Tiefe. Und der Romand in Diensten der Wiler schob zum 2:1 ein.

Die ärgerlichen Erinnerungen an die beiden Niederlagen kurz vor Schluss gegen Lausanne Ouchy und Vaduz kreisten wie ein Damoklesschwert über dem Stadion Bergholz. Als in der 75 Minuten nach einer Flanke von Tavarez Nuzzolo frei zum Kopfball kam, brauchte es eine mirakulöse Parade des FC Wil-Schlussmanns Keller, um das Unheil abzuwenden. Max Veloso war es schliesslich, der dem FC Wil 1900 nach einem überharten Einsteigen gegen Kamber und dem anschliessenden Platzverweis einen Bärendienst erwies. Die Äbtestädter konnten erstmals überhaupt in der Saison Überzahl spielen. Bis zum Schlusspfiff blieb ein Pfostenschuss Zumberis das letzte erwähnenswerte Ereignis. Gross war die Freude auf Platz und Tribüne, den Schritt aus der Mini-Krise geschafft zu haben.

Der Sieg der Wiler war unter dem Strich verdient, weil sie die aggressivere und willensstärkere Mannschaft war. Ein Kompliment dem Trainer und den Betreuern: Die junge Mannschaft hat die negativen Erfahrungen in den Schlussminuten gegen Lausanne-Ouchy und Vaduz gut verarbeitet. Auch diese Dinge gehören zum Reifungsprozess einer Mannschaft. Am kommenden Samstag um 18.00 Uhr spielt der FC Wil auswärts das Revier-Derby gegen den FC Schaffhausen. Wir freuen uns auf viele Wiler Fans in der Wefox Arena. 

 

HOPP WIL
chliinä Club, grossi Gschichtä

 

FC Wil 1900 – Neuchâtel Xamax FCS 2:1 (1:0)
Sportpark Bergholz, Wil: 660 Zuschauer – Schiedsrichter: Gianforte.

Tore: 12. Muntwiler 1:0, 52. Lahiouel 1:1, 69. Lukembila 2:1.

Wil: Keller; Frei, Izmirlioglu, Miranda (68. Jones), Brahimi; Kamber (90. Rustemoski), Muntwiler, Ndau; Bahloul (68. Zumberi), Reichmuth (68. Silvio); Lukembila.
Xamax: Guivarch; Goncalves (92. Alili), Bangura, Berisha, Tavares; Veloso, Hammerich (63. Pasche); Haile-Selassie (90. Surdez), Gazzetta (46. Nuzzolo), Lahiouel; Mafouta.
Bemerkungen: Wil ohne Daniel, Sauter, Malinowski, Ismaili, Fazliu, De Mol (alle verletzt), Abazi und Heule (beide nicht im Aufgebot). Xamax ohne Beloko, Dakouri, Kasongo, Morina, Ouhfasa (alle verletzt), Rodriguez und Salz (beide nicht im Aufgebot). – 75. Lattenkopfball Nuzzolo.
Verwarnungen: 15. Reichmuth, 23. Lahiouel, 39. Veloso, 55. Berisha. – Platzverweise: 79. Veloso (Gelb-Rot).

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