Eine bittere Pille
3. Oktober 2021

Trotz einer ansprechenden Leistung und zweimaliger Führung gehen die Wiler als Verlierer vom Platz. Vieles erinnerte an diesem Samstagabend an das Heimspiel gegen den FC Vaduz, als man einen Sieg in den letzten Minuten aus der Hand gab.

Frühe Führung, schneller Ausgleich

Lange sah es danach aus, als ob der Anschluss an die Tabellenspitze mit drei wichtigen Punkten gemacht werden kann. Nach gerade einmal sechs Spielminuten überläuft Sofian Bahloul auf der rechten Seite seinen Gegenspieler und legt mustergültig für Mergim Brahimi vor. Dieser hat keine Mühe, seinen ersten Saisontreffer zu erzielen. So schnell die Führung zustande kam, war sie auch wieder weg. Keine zwei Minuten später tauchte Labeau nach einem Stellungsfehler in der Wiler Hintermannschaft alleine vor Torhüter Marvin Keller auf und glich gekonnt zum 1:1 Zwischenstand aus.

Die Gäste aus Lausanne konnten ihre spielerischen Qualitäten immer wieder aufblitzen lassen. Gerade nach der Pause mussten die Wiler eine längere Druckphase überstehen, konnten sich aber unbeschadet befreien und spielten sich einige ansehnliche Kontermöglichkeiten heraus. Die Einwechselung von Josias Lukembila gab den Wilern nochmals zusätzliche Power. Der junge Offensivspieler tankte sich eine Viertelstunde vor Spielende durch die Abwehr des FC Stade Lausanne Ouchy, scheiterte aber aus naher Distanz im Abschluss. Kurze Zeit später machte er es besser: Nach einem herrlichen Zuspiel von Lavdim Zumberi kommt Lukembila im Strafraum an den Ball. Wieder lässt er seinen Gegenspieler stehen und trifft in der 78. Minute zur Führung für die Wiler. Es sah nach drei Punkten aus und somit nach dem Anschluss an die Spitzengruppe in der dieci Challenge League.

Bitteres Spielende

Doch die Mannschaft von Meho Kodro liess sich nicht unterkriegen. Was nun folgte, war eine ziemliche bittere Pille für den FC Wil 1900: Zuerst lenkt Captain Philipp Muntwiler in der 84. Minute einen Ball ins eigene Tor ab. Ein paar Sekunden später wird Lavdim Zumberi mit seiner zweiten gelben Karte vom Platz gestellt. Und als das Spiel eigentlich schon fast vorbei war, trifft Labeau in der 94. Minute – wiederum durch einen abgefälschten Schuss – zum 2:3 für die Lausanner. Ein Abend zum Vergessen für die Wiler, obschon die Leistung ansprechend war.

Anstatt punktemässig bei den besten der Liga dabei zu sein, liegt man nun vor der Natipause auf dem 8. Tabellenrang. Weiter geht es am 16. Oktober 2021 in Yverdon. Dort will man sich für die Cupniederlage revanchieren.

Hopp Wil

chliinä Club, grossi Gschichtä

FC Wil – FC Stade-Lausanne-Ouchy 2:3 (1:1)
Sportpark Bergholz, Wil: 690 Zuschauer – Schiedsrichter: Staubli.
Tore: 6. Brahimi 1:0, 8. Labeau 1:1, 78. Lukembila 2:1, 84. Muntwiler (Eigentor) 2:2, 94. Labeau 2:3.
Wil: Keller; Dickenmann, Izmirlioglu, Muntwiler, Frei; Kamber, Ndau; Bahloul (85. Rustemoski), Fazliu, Brahimi (69. Jones); Silvio (63. Lukembila).
SLO: Hammel; Cueni, Hajrulahu, Pos; Abdallah (69. Asllani), Bayard, Abdullah (46. Laugeois), Hadzi (69. Qarri); Hadji (79. Ajdini), Chader (79. Rüfli); Labeau.
Bemerkungen: Wil ohne Sauter, Malinowski, Ismaili, De Mol, Daniel, Heule (alle verletzt), Miranda und Abazi (beide nicht im Aufgebot). SLO ohne Da Silva, Routis, Bamba, Kadima (alle verletzt), Haci und Dalvand (beide nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: 28. Fazliu, 35. Abdullah, 48. Abdallah, 56. Zumberi.
Platzverweise: 84. Zumberi (Gelb-Rot).

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