Eine Niederlage, die wehtut
30. April 2023

Manchmal braucht es etwas Zeit, um die Gedanken nach einem solch aufreibenden Spiel zu ordnen. Was war das für ein Fight in der Lidl Arena – nach fast einer Halbzeit mit einem Mann weniger auf dem Platz. Schliesslich wurde man fürs aufopferungsvolle Kämpfen nicht belohnt. Wil verlor gegen Stade Lausanne Ouchy in den Schlussminuten mit 1:2 – im Zentrum stand der Schiedsrichter, der für grosses Unverständnis auf Seiten der Wiler und auch Fussball-Experten im TV sorgte.

Bereits in der 10. Minute ging der FC Wil 1900 in Führung. Nach einem Foul von Theo Opoku an Michael Heule verwandelte Ndau den Elfmeter souverän zum 1:0. In der Folge spielten vor allem die Waadtländer, die Wiler beschränkten sich bewusst aufs Kontern. Und das taten sie clever, auch wenn es auf beiden Seiten nur selten gefährlich wurde. Mit dem 1:0 ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel zog Michael Heule alleine auf den gegnerischen Torhüter los. Es wäre das wohl vorentscheidende 2:0 gewesen. Doch zu Unrecht – wie man im Nachhinein feststellen musste – wurde er wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen. Minuten später zeigte Schiedsrichter von Mandach Muntwiler gelb-rot. Auf den Fernsehbildern ist zu sehen, dass es sich nicht einmal um ein Foulspiel an der Mittellinie handelte, sondern um ein korrektes Tackling. Der Aargauer Schiedsrichter hätte eigentlich freie Sicht gehabt. Auch bei den TV-Experten im Studio herrschte grosses Unverständnis. Umso ärgerlicher war es darum, weil direkt davor ein offensichtliches Handspiel der Gäste, sowie ein Ball im Seitenaus nicht korrekt gepfiffen wurde. Wie üblich werden diese Szenen allerdings und leider in den Highlights nicht gezeigt. Ab diesem Zeitpunkt spielten die Wiler mit einem Mann weniger. Defensiv sah dies gut aus, offensiv kam in der zweiten Halbzeit von Wil jedoch verständlicherweise wenig. Der Rest der Partie ist rasch erzählt. Die Lausanner drehten in den Schlussminuten das Spiel und die Wiler gingen mit hängenden Köpfen vom Platz. Ja, der Frust und der Stachel sitzen tief.

Aufgrund der Geschehnisse ist die Frustration nach dem Spielende verständlich. Die Rudelbildung führte zu drei weiteren roten Karten – gegen Silvio und Montolio auf Wiler Seiten und gegen Alounga auf Lausanner Seiten. Warum die rote Karte gegen Silvio gezeigt wurde, auch das bleibt ein Rätsel. Fragen über Fragen, welche für die junge Wiler Mannschaft leider unbeantwortet blieben. Schade, dass dieses packende Duell nicht auf andere Weise entschieden wurde!

Wer diese Mannschaft aber kennt, der weiss, dass sie durch Rückschläge und Ungerechtigkeiten zusätzlich motiviert wird! Weiter geht es für den FC Wil 1900 am kommenden Freitag (5. Mai), wenn er auf dem Brügglifeld beim FC Aarau gastiert – sicherlich ohne die gesperrten Muntwiler, Montolio und Silvio.

HOPP WIL!

Telegramm:

FC Wil 1900 – FC Stade-Lausanne-Ouchy 1:2 (1:0)
Lidl Arena, Wil: 1423 Zuschauer – SR: von Mandach

Tore: 10. Ndau (Foulelfmeter) 1:0, 92. Okou 1:1, 95. Ajdini 1:2.

FC Wil 1900: Ammeter; Wallner, Montolio, Altmann; Dickenmann, Reichmuth (69. Geiger), Muntwiler, Ndau, Heule; Muci (55. Cueni), Lukembila (90. Silvio).
FC Stade Lausanne-Ouchy: Da Silva; Kadima (46. Ajdini), Hajrulahu, Pos, Obexer; Abdallah (68. Gassama), Bamba (68. Alounga), Akichi, Opoku (46. Hadji); Okou, Mulaj (68. Garcia).

Bemerkungen: Wil ohne Baumann, Maier, Staubli, Strübi (alle verletzt), Bahloul, Haile-Selassie und Zumberi (alle nicht im Aufgebot). Ouchy ohne Bayard, Danho (beide gesperrt), Abi, Maroufi und Qarri (alle verletzt).
Verwarnungen: 34. Opoku, 39. Muntwiler, 61. Bamba, 65. Wallner, 65. Hajrulahu, 80. Altmann, 82. Pos, 91. Geiger, 91. Obexer, 93. Akichi. –
Platzverweise: 52. Muntwiler (Gelb-Rot), nach Spielschluss Silvio, Montolio und Alounga.

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